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Zwei Stadtteilzentren als Motor für Zusammenhalt und Beteiligung

Bilanz 2025 zeigt Vielfalt der Angebote und hohe Nutzung der offenen Räume

Die beiden Linzer Stadtteilzentren Franckviertel–Bulgariplatz sowie Kleinmünchen/Auwiesen–Ebelsberg blicken auf ein arbeitsintensives Jahr 2025 zurück.

Die aktuellen Tätigkeitsberichte zeigen eindrucksvoll, wie Gemeinwesenarbeit konkret im Alltag der Menschen ankommt und das Zusammenleben im Stadtteil stärkt. Von der Qualität und Vielfalt der Arbeit konnte sich Vizebürgermeisterin Karin Leitner bei einem Besuch im Februar persönlich überzeugen.

„Unsere Stadtteilzentren sind weit mehr als Informationsstellen. Sie sind Orte der Begegnung, Unterstützung und aktiver Mitgestaltung. Hier entstehen Netzwerke, hier werden Konflikte gelöst und hier finden Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen konkrete Hilfe. Die konstant hohe Auslastung der Gemeinschaftszentren zeigt, wie groß der Bedarf an niederschwelligen, offenen Räumen ist.“

Vizebürgermeisterin Karin Leitner

Stadtteilzentrum Franckviertel-Bulgariplatz

Seit 2025 umfasst das Einzugsgebiet des Stadtteilzentrums das gesamte Franckviertel sowie den gesamten Stadtteil Bulgariplatz mit insgesamt 24.879 Einwohner*innen. Auffällig ist der hohe Anteil junger Menschen unter 40 Jahren.

Im Mittelpunkt der Arbeit am Standort Ing.-Stern-Straße stehen Information über Angebote und Leistungen der Stadt Linz, persönliche Beratung, Austausch sowie die aktive Beteiligung der Bewohner*innen. Inhaltlich prägten 2025 insbesondere die Themen Leistbarkeit des Alltags, Nutzung öffentlicher Räume, Hitze in der Stadt, Gesundheit, Gewaltprävention und nachhaltige Mobilität die Arbeit.

Zu den zentralen Aktivitäten zählen Stadtteilbegehungen mit direktem Kontakt zu mehreren hundert Bewohner*innen sowie ein mobiles Stadtteilzentrum mit wöchentlicher Präsenz an öffentlichen Plätzen. Smartphone-Sprechstunden und digitale Unterstützungsangebote – insbesondere für Senior*innen – vermitteln Grundlagen im Umgang mit digitalen Geräten, klären Fragen zur Sicherheit im Netz und fördern zugleich soziale Kontakte, um digitale Teilhabe für alle Generationen zu ermöglichen. Ergänzt wird das Angebot durch sogenannte „GEHspräche“ zu Mobilität, Hitze und Zivilcourage, mehrere Müllsammelaktionen mit rund 250 beteiligten Kindern und Erwachsenen sowie Gesundheitsprojekte wie die „Bewegte Apotheke“ an zwei Standorten.

Darüber hinaus unterstützt das Stadtteilzentrum zahlreiche Kultur-, Nachhaltigkeits- und Sozialprojekte, organisiert die Tage der Nachbarschaft und begleitet Konflikte im Wohnumfeld.

Stadtteilzentrum Kleinmünchen/Auwiesen – Ebelsberg

Das Einzugsgebiet des Stadtteilzentrums Kleinmünchen/Auwiesen umfasst seit 2024 auch Ebelsberg und zählt 34.485 Einwohner*innen. Mit einem Kinder- und Jugendanteil von 20,8 Prozent liegt der Stadtteil über dem Linzer Durchschnitt.

Im Jahr 2025 wurden neue Impulse gesetzt: Neben klassischen Beratungsleistungen entwickelte das Zentrum am Wüstenrotplatz innovative Formate wie das „Stadtteilwohnzimmer“, das mit Terminen auch in Ebelsberg vertreten ist. Mitarbeiter*innen treten dabei direkt im öffentlichen Raum mit Bewohner*innen in den Austausch.

Die Arbeit des Stadtteilzentrums wird geprägt durch monatliche Smartphone-Stammtische, Konfliktbegleitungen rund um das Einkaufszentrum Auwiesen sowie vielfältige Bildungs- und Integrationsprojekte. Dazu zählen Lerncafés und Sprachformate wie „Mama lernt Deutsch“, der neue „MädchenLernRaum“, Bildungsangebote in Kooperation mit Schulen sowie generationenübergreifende Initiativen wie der Spieletreff in Ebelsberg. Auch Projekte zu Sicherheit und Gewaltprävention sind fixer Bestandteil der Arbeit: In Zusammenarbeit mit Polizei, Streetwork und weiteren Partner*innen werden Maßnahmen rund um das Einkaufszentrum abgestimmt, zudem beteiligt sich das Stadtteilzentrum an der Aktion „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“ und unterstützt die Ausstellung „Zivilcourage bei Partnergewalt und häuslicher Gewalt“ im Volkshaus.

Ein zentraler Schwerpunkt der Arbeit in beiden Stadtteilzentren ist die sportorientierte Gemeinwesenarbeit. Regelmäßige Bewegungsangebote im öffentlichen Raum, Kooperationen mit Schulen, Vereinen und Gesundheitseinrichtungen sowie gezielte Projekte für Kinder, Jugendliche und Senior*innen nutzen Sport bewusst als Instrument für Integration und Prävention. Dadurch entstehen neue Netzwerke, soziale Kompetenzen werden gestärkt und der Zugang zu bestehenden Vereinsstrukturen erleichtert.

Hohe Auslastung des Gemeinschaftszentrums

Im Gemeinschaftszentrum Kleinmünchen Auwiesen wurden im Jahr 2025 insgesamt 58 Projekte umgesetzt.

Das Spektrum der Veranstaltungen reicht von Lerncafés und Sprachkursen über Bildungsangebote bis zu kulturellen Initiativen, Musikproben und sozialen Treffpunkten. 12.754 Nutzer*innen wurden gezählt.

Die durchgehend hohe Nutzung der vergangenen Jahre bestätigt das Angebot – in seiner Projektvielfalt ebenso wie in der starken Auslastung der Räume. Der Erfolg des Gemeinschaftszentrums in Kleinmünchen-Auwiesen zeigt deutlich, wie wichtig wohnortnahe, niederschwellige Begegnungs- und Bildungsangebote für den sozialen Zusammenhalt in einem Stadtteil sind. Sie schaffen Orte der Begegnung, fördern Teilhabe und stärken nachbarschaftliche Netzwerke.

Vor dem Hintergrund dieser positiven Erfahrungen ist es ein konsequenter nächster Schritt, ein vergleichbares Angebot auch im Franckviertel zu entwickeln. Ziel ist es, dort ebenfalls einen offenen Treffpunkt zu schaffen, der Bildungsangebote, kulturelle Initiativen und soziale Aktivitäten bündelt und damit zur nachhaltigen Stärkung des Stadtteils beiträgt. Das erfolgreiche Modell aus Kleinmünchen-Auwiesen dient dabei als inhaltliche Grundlage und Orientierung für die Weiterentwicklung im Franckviertel.

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