
Dumme Frage? Nicht wirklich. Denn im Gegensatz zu den Linzern wollten die Urfahraner nicht über eine Brücke mit der Stadt verbunden sein. Das ist kein Wunder. Urfahr kommt von „Überfuhr“. Die Flussquerung per Boot war ihr täglich Brot.
Dritte Brücke im österreichischen Donauraum
„Es sei für das ganze Land, für Handel und Gewerbe nirgend nützlicher eine Brücke zu bauen als zu Linz“ hatte eine Linzer Abordnung Kaiser Maximilian I. (1459-1519) zur Begründung ihres Ansuchens um Genehmigung zum Bau einer Brücke wissen lassen. Der Kaiser stimmte dem zu und stellte am 1. März 1497 der Stadt Linz ein „Brückenprivileg“ aus. Damit konnte diese die im heutigen österreichischen Donauraum erst dritte Brücke – nach Wien und Krems – errichten.
Kaum gebaut schon (fast) wieder weg
Die stand aber so nicht lange. Nur vier Jahre später brach am 15. August 1501 der sogenannte „Himmelfahrtsgieß“ über Mitteleuropa herein. Ein Jahrtausendhochwasser, das die Linzer Brücke schwer in Mitleidenschaft zog und die gerade in Bau befindliche vierte Donaubrücke bei Mauthausen zur Gänze in die Fluten riss. Nach ihrer Wiederherstellung tat sie aber gute Dienste – und fettete die Linzer Stadtkasse auf. Mussten doch alle Überquerenden einen „Brückenpfennig“ berappen, von dem erst ab 1638 zumindest die Fußgänger ausgenommen wurden.
Ende eines dörflichen Wirtschaftszweiges
Wem die Brücke gar nicht gefiel, waren eben die Urfahraner. Ihre bis 1919 selbstständige Gemeinde hatte sich über die Jahrhunderte wirtschaftlich auf die Donau spezialisiert. Sie waren Fischer, Bootsbauer, Seiler oder Netzknüpfer. Und besonders Fährleute. Wie untrennbar dieser Beruf mit dem Schifferdorf verbunden war, zeigt schon der Name Urfahr, der von „Überfuhr“ abstammt. Was nichts daran änderte, dass sie sich nun ein anderes Einkommen suchen mussten. Die Brücke blieb, auch wenn sie immer wieder aufgrund der zahlreichen Beschädigungen durch Hochwasser, Eis und Schiffe repariert und erneuert werden musste. Und sie blieb aus Holz – bis 1872.
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