
Trotz seiner Villen hat sich St. Magdalena im Kern einen dörflichen Charakter bewahrt. Nicht nur optisch. Wie in einer ländlichen Gemeinde gibt es hier Musikverein, Bauernschaft, Jägerschaft und eine Freiwillige Feuerwehr.
Ob St. Magdalena „eigentlich“ nur das ist, was am Magdalenaberg oben ist oder auch seine Umgebung im Tal, ist ein Streit, der so alt ist wie der Ort selbst. Wobei in den frühen Jahrhunderten seit erster schriftlicher Erwähnung 1110 die Frage einfach zugunsten der „Tal-These“ zu beantworten ist. Denn da hieß die Siedlung „Haselbach“.
Aus Haselbach wird St. Madalena
Die Änderung hin zu St. Madalena folgte erst nach Errichtung der markanten Kirche, die der entsprechenden Heiligen geweiht ist. Erstmals 1482 nachweisbar, hatte sich die Kirche am Berg spätestens im 17. Jahrhundert gegenüber dem Bach im Tal namentlich durchgesetzt. Eine eigene Gemeinde war die Ansammlung an Bauernhäusern, die beispielsweise 1824 gerade mal 24 Stück ausmachten, damit allerdings noch lange nicht. Dies erfolgte unter Einbeziehung der Weiler Auhof, Elmberg und Maderleiten, die zuvor zu Altenberg gehört hatten, erst Ende des 19. Jahrhunderts.
Was ist wichtiger – Berg oder Tal?
Seine historische Sternstunde am 21. Juli 1832 feierte St. Magdalena also noch unselbstständig. An diesem Tag eröffnete Kaiser Franz I. (1768-1835) nebst Gemahlin Kaiserin Karoline Auguste (1792-1873) persönlich die Pferdeeisenbahn Linz-Budweis. Eben just dort, wo heute noch die Pferdebahnpromenade und die Tausendjährige Linde – die allerdings biologisch nur etwa halb so alt ist – zu finden sind. Dann verschob sich der Schwerpunkt wieder ins Tal. In Steg entwickelten sich Gewerbe und Industrie, etwa Wäschereien aufgrund des weichen Wassers der Bäche. Und auch die Infrastruktur folgte der steigenden Bedeutung und Bevölkerung. So kam 1913 das erste Postamt von St. Magdalena – nach Steg. Vom 1948 gegründeten SK St. Magdalena erst gar nicht zu reden. Wie soll man auch auf einem Berg kicken?
Eingemeindung auf Geheiß des Führers
All das spielte freilich keine Rolle, als 1938 mit der eigenständigen Gemeinde St. Magdalena nach nicht einmal 50 Jahren und nur neun Bürgermeistern auch schon wieder Schluss war. Etwa 60 Häuser mit 500 Einwohnerinnen und Einwohnern machte der Ort damals aus. Verantwortlich für die Eingemeindung waren die Nazis und Adolf Hitlers größenwahnsinnige Träume von der „Weltkulturhauptstadt“ Groß-Linz. Dieses Schicksal teilten die „Magdaleninger“ mit den Bewohner*innen von Ebelsberg-Pichling. Als kleinste Nachbargemeinden von Linz ging ihre zwangsweise Einverleibung am schnellsten. Außer dem Keferfeld blieb es allerdings auch dabei. Alle weiteren geplanten Eingemeindungen verhinderte der 2. Weltkrieg. Und danach die geballte Schar aller Bürgermeister von Ansfelden, Puchenau, Pasching, Leonding, Traun, etc.
Dorf und Villenviertel
Seitdem St. Magdalena ein Stadtteil von Linz ist, hat es sich stark verändert und doch wieder nicht. Das Tal mit Ober-Steg, Unter-Steg und Dornach-Auhof ist praktisch in Urfahr aufgegangen. St. Magdalena am Berg fühlt sich allerdings wie eingangs erwähnt immer noch als Landgemeinde. Dennoch ist diese dörfliche Idylle mittlerweile stark in Frage gestellt. Wenn auch aus einer anderen Richtung: Geld. Der Magdalenaberg ist heute eine der teuersten Lagen der Stadt. Und selbst wenn die GWG zwischen Alteingesessenen und Villen von Neureichen hier baut – dann sind es Eigentumswohnungen.
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