Linz-Geschichte(n)

Warum heißt die Neue Heimat wie die Wohnbaugesellschaft?

Warum ist Linz Linz

Im Fall der Neuen Heimat stellt sich die Henne-oder-Ei-Frage nicht. Die Wohnbaugesellschaft gleichen Namens war nicht nur vorher da – der südliche Stadtteil heißt explizit nach der Firma. Aber nicht nach derselben von heute.

Im Deutschland der 1920er Jahren war die Neue Heimat der Dachverband der Wohnbaugesellschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gewesen. Als die Nazis 1933 die Macht an sich rissen, wurden die Gewerkschaften verboten, ihr Vermögen beschlagnahmt und der Deutschen Arbeitsfront (DAF), dem Einheitsverband der NSDAP für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, einverleibt. Darunter auch die Neue Heimat, die unter anderem mit dem Bau von Wohnsiedlungen für Arbeiter in der Nähe neu errichteter Industriebetriebe beauftragt wurde.

Die Neue Heimat – gebaut von der Neuen Heimat

So baute sie ab 1940 auch den ursprünglichen Kern des Stadtteils im Linzer Süden, dem sie damit gleich ihren Namen gab. Nach dem Krieg wurde die Neue Heimat in Westdeutschland dem DGB zurückgegeben, stieg aufgrund der verbreiteten Wohnungsnot in den 1960ern und 1970ern zum größten Baukonzern und Wohnungsbesitzer der BRD auf, fand aber Anfang der 1980er in einem Korruptionsskandal ein unrühmliches Ende.

Neue neue Heimaten in Österreich – und damit auch OÖ

Die vormals ostmärkischen Regionalgesellschaften betraf das nicht. Sie waren bereits mit der wiedererlangten Souveränität der Republik Österreich von der NS-Neue Heimat abgespalten worden und bauten fortan selbstständig. Weil sie aber auch die hier errichteten Wohnungen erbten, besitzt und verwaltet die Neue Heimat Oberösterreich bis heute viele Häuser in dem Stadtteil – der nach wie vor den Namen Neue Heimat trägt.

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