Linz-Geschichte(n)

Warum gibt es in Hörsching einen Flughafen?

Warum Linz Linz ist

13. März 1938. Nur einen Tag ist es her, seit Adolf Hitler in Österreich einmarschiert ist. An diesem Tag löscht er „seine Heimat“ per Federstrich aus. Hermann Göring weilt währenddessen in der Welser Heide – und legt den Grundstein für einen Flugplatz.

Natürlich dienten die vom Reichsluftfahrtminister persönlich gegründeten zwei neuen Start- und Landebahnen in Hörsching der Luftwaffe und damit militärischen Zwecken. Ursprünglich zur Ausbildung von Piloten gedacht, mussten sie in der letzten Kriegsphase aber auch für den aktiven Einsatz deutscher Kampfflugzeuge gegen die heranrückenden amerikanischen Truppen herhalten. Sogar für eine der letzten „Wunderwaffen“, den Messerschmitt Düsenjäger Me 262.

Logistikdrehscheibe der US Airforce

Die siegreiche US Airforce übernahm nach Kriegsende 1945 und machte aus dem Flugplatz unter dem Namen „Camp McCauley“ ihre Versorgungszentrale für die in Oberösterreich stationierten GIs. 1947 etwa waren das um die 20.000 Mann. Und so wurden bis zum Ende der Besatzungszeit 1955 Güter wie Coca Cola, Hamburger und Rock’n’Roll-Schallplatten in Hörsching entladen. Was auch für die heimische Bevölkerung von großer Bedeutung werden sollte. Nicht nur kulturell, denn mit der Fracht für die Soldaten landeten auch Care-Pakete und die wichtigsten Währungen des Schwarzmarkts – Lucky Strikes, Camels und Marlboros.

Zivilflugzeuge mit besonderer Starterlaubnis

Mit einem Flug nach Zürich begann bereits 1950 dank einer außerordentlichen Benutzungsbewilligung die zivile Ära, die 1956 mit regelmäßigem Passagierluftverkehr unter einer eigenen Flughafen Linz Betriebs GmbH zur Normalität wurde. Wobei die militärische sofort nach dem Abzug der Amerikaner vom österreichischen Bundesheer fortgeführt wurde. Erst 1964 wurde der Flughafen nach dem Bau des ersten Towers bzw. Flugverkehrskontrollturms formal und räumlich in einen militärischen und zivilen Bereich getrennt.

Hörsching wird so oder so Flughafen bleiben

Im Zuge der heutigen Diskussion über den Flughafen Linz übersehen dessen Kritiker oft die militärische Funktion. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob zwischen den beiden großen internationalen Hubs Wien und München, die mittlerweile auch aus Oberösterreich relativ schnell erreichbar sind, ein ziviler Flughafen in Hörsching überhaupt noch zeitgemäß ist. Ihn gänzlich „rückzubauen“, wie manche fordern, ist aber keine Option. Es gibt nur vier wichtige Fliegerhorste, also Stützpunkte der Luftstreitkräfte zur Luftraumüberwachung und Luftunterstützung in Österreich. In nur zwei sind neben Hubschraubern auch Jets stationiert: Zeltweg und – Hörsching.

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