Linz-Geschichte(n)

Warum bilden Linzer Straßen Namensfamilien?

Warum Linz Linz ist

Bei einem Blick auf den Stadtplan erkennt man, dass die Stadt mit Straßennamen gespickt ist, die Cluster bilden. Wohl war es Absicht dabei, die Zusammengehörigkeit von Grätzeln zu fördern. Mangel an Kreativität spielte aber sicher auch eine Rolle.

Den Jackpot haben wohl die Schriftsteller geknackt, die in gleich zwei Stadtteilen dominieren. Im Bulgariplatzviertel geben sich Autoren des 19. Jahrhunderts wie Franz Grillparzer, Ferdinand Raimund, Rainer Maria Rilke, Nikolaus Lenau oder Anastasius Grün geballt die Ehre. In Ebelsberg haben dafür jene des 20. Jahrhunderts ihren Platz gefunden: Frank Kafka, Erich Fried, Franz Werfel, Friedrich Torberg, Bert Brecht, …

Berühmtheiten je einer Branche pro Stadtteil

Am Froschberg versammeln sich die Komponisten um Johannes Sebastian Bach, Johannes Brahms, Robert Stolz oder Franz Lehar. In der Neuen Heimat haben eine ebensolche wiederum die Autokonstrukteure gefunden. Carl Benz, Rudolf Diesel, Gottlieb Daimler sind dabei. Nur Ferdinand Porsche musste dem Philosophen Ludwig Wittgenstein weichen.. Eine besondere Eigenart des „roten Linz“ ist in Auwiesen mit einer Phalanx sozialdemokratischer Politiker zu bewundern. Wobei man sich dabei schon fragen muss, warum neben Bruno Kreisky und Olof Palme nicht auch ein Weg nach Willy Brandt benannt wurde.

Pflanzen und Tiere an den Stadträndern

Je weiter man in die Peripherie geht, desto mehr übernimmt die Natur. Im Norden sprießt diese sogar über die Stadtgrenzen hinaus. Eiben, Erlen, Buchen und Tannen in Katzbach stehen Seite an Seite mit Linden und Birken im benachbarten Außertreffling. Am Tierischsten ist aber sicher Pichling. Hier tummeln sich nicht nur Forellen, Hechte, Brachsen und andere Fischarten, sondern von der Libelle bis zum Auhirsch alle möglichen Wald- und Wiesenbewohner. Was sich die Namensgeber allerdings dabei gedacht haben, Dachs und Marder mitten in eine Vogelschar von Drossel bis Storch zu setzen, ist rätselhaft und hat hoffentlich keine psychologisch bedenklichen Gründe.

Ein neuer Stadtteil nur für Frauen

Die hier aufgezählten Straßenfamilien sind längst nicht alle und es ist auch noch lange nicht Schluss damit. Das zeigt eine jüngeren Datums in der solarCity, in der Himmelskörper wie Sonne (Heliosallee) und Mond (Lunaplatz) eine tragende Rolle spielen. Und eine weitere wird in den nächsten Jahren dazukommen. Es ist bereits im Gemeinderat beschlossene Sache, dass im zukünftigen neuen Stadtteil Sommerfeld, der auf dem Gelände der ehemaligen Hiller-Kaserne und den benachbarten Sommergründen in Ebelsberg entstehen wird, ebenfalls alle Straßen und Wege eine Gemeinsamkeit haben werden: Sie werden ausschließlich nach Frauen benannt.

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