
19. Februar 1851. In einem Innenhof nähe des Pfarrplatzes versammelt sich eine kleine Gruppe von Freiwilligen. Sie werden hier angelobt – als erste Feuerwehrmänner in der Geschichte der Stadt Linz. Dank eines Buchhändlers.
Dieser Buchhändler, dessen Geschäft am Schmidttor, später am Hauptplatz situiert und weit über die Landesgrenzen bekannt war, hieß Vinzenz Fink (1807-1877). In dieser Zeit war er auch Vizebürgermeister der Stadt und als solcher hatte er mit einer Rede im Gemeinderat am 23. Oktober 1850 das Feuer entzündet, das zu einer Linzer Feuerwehr führen sollte. In jenem Vortrag überzeugte der Liberale die Stadtväter, eine neue Feuerordnung und eben eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen.
Zeitenwende auch in der Brandbekämpfung
Bis dahin waren die Handwerkszünfte für die Feuerbekämpfung zuständig, die durch den Nachtwächter im Fall des Falles gewarnt wurden. Mit dem beginnenden Industriezeitalter Mitte des 19. Jahrhunderts verloren diese ursprünglich mittelalterlichen Organisationen jedoch immer mehr an Bedeutung, beziehungsweise konnten sie die schnell wachsenden Städte mit ihren Leitern und Handspritzen nicht mehr effektiv schützen. Das hatte die Stadt Linz besonders bitter beim großen Stadtbrand von 1800 erleben müssen, dem der Südflügel des Schlosses und Teile des Landhauses und der Altstadt zum Opfer fielen.
Die ersten Freiwilligen packens an
Am 19. Februar 1851, also schon wenige Monate nach Finks Initiative, wurden die ersten Männer der neuen Feuerwehr angelobt. Ihre Zentrale erhielten sie in den beiden durch einen gemeinsamen Hof verbundenen Häusern Lederergasse 7 (damals Keplerstraße) und Eisenbahngasse 6 in der Nähe des Pfarrplatzes.
Gründung der Berufsfeuerwehr
In der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts hatte Linz eine Einwohnerzahl von über 100.000 erreicht und auch die Brände wurden größer und zahlreicher. Zuviel für eine Truppe von Freiwilligen. So erfolgte am 2. Juni 1933 die Gründung der Linzer Berufsfeuerwehr. Die Feier ihres hundertjährigen Bestehens steht also schon in sieben Jahren an.
Vinzenz Fink war übrigens von 1856 bis 1861 auch Bürgermeister von Linz. Als solcher startete er die Mammutprojekte Kanalisierung und Wasserversorgung. Die Finkstraße in Urfahr ist somit nicht nach einem possierlichen Vögelchen benannt – sondern nach einem feuerfesten Buchhändler.
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