Linz-Geschichte(n)

Dr. Eduard Haas macht den Guglhupf gesund

Linz Legenden

1850. Wer an Eduard Haas denkt, denkt an das Trauner Traditionsunternehmen Ed. Haas – und damit PEZ. Die weltberühmten Zuckerl gibt es aber erst seit 1927. Ohne seinen Linzer Großvater hätte Eduard Haas III. diese wohl nicht erfunden.

Es ist kein Zufall, dass die Eduard-Haas-Straße auf Trauner und Linzer Stadtgebiet liegt. Heißt sie doch nach dem Linzer Arzt Dr. Eduard Haas I. (1833-1878), der 1850 ohne es zu planen, den Grundstein für die Trauner Nahrungs- und Genussmitteldynastie legte. Denn er tat das mit einer Erfindung, die eigentlich einen medizinischen Hintergrund hatte: ein Backpulver, das eine bekömmlichere Alternative zu Hefe anbot.

Der Siegeszug des Gesundheitsguglhupfs

Sohn Eduard Haas II. verkaufte dieses Produkt dann in einem von ihm gegründeten Gemischtwarenladen in Untergaumberg, also noch nicht westlich der Pyhrnbahn sondern nördlich der Westbahn. Und auch noch in Linz. Als wiederum 1915 seine Frau Katharina dieses Backpulver im Namen von Sohn Eduard III. als „HASIN zur Bereitung von Gesundheitsgugelhupf“ im k.k.-Markenregister eintragen ließ, war der Weg endgültig eingeschlagen und wurde die Firma „Ed. Haas“ in Traun gegründet, wo Hasin millionenfach produziert wurde.

Frischer Atem für den Raucher von 1927

Viele weitere Produkte folgten. 1927 eben PEZ, das eine Buchstabenkombination aus PfeffErminZ ist und somit auch ursprünglich einen anderen Zweck hatte. Als „Luxusmint der vornehmen Welt“ beworben, waren es ausschließlich „scharfe“ Zuckerl, die in Blechdöschen verkauft wurden und Rauchern sowohl einen frischen Atem wie eine Alternative zur Zigarette geben sollten.

Der PEZ-Spender und der Walt Disney-Coup

Der 1949 entwickelte PEZ-Spender aus Kunststoff änderte dann alles. Nicht gleich zu Beginn, denn da hatte er noch gemäß ursprünglichem Zweck und Zielgruppe die Form eines Feuerzeugs. In dem 1950er Jahren erkannte Eduard Haas III. aber das PEZ-Potenzial bei Kindern, ließ fruchtige Sorten produzieren und setzte den PEZ-Spendern die Köpfe von Comic-Figuren auf. Die 1962 begonnene Zusammenarbeit mit Disney und die ersten Spender mit Micky Maus und Donald Duck waren der Durchbruch – und starteten eine globale Sammel-Mania.

Vom PEZ-Sammeln zu eBay-Versteigerungen?

1966 wurden bereits 350 Millionen PEZ-Boxen verkauft. 70 % des gesamten österreichischen Zuckerwarenexports gingen damals auf die PEZ-Bonbons zurück. Und wäre das noch nicht genug, hat PEZ der Welt vielleicht noch etwas anderes beschert. So soll eine gewisse Pamela Omidyar als leidenschaftliche PEZ-Sammlerin ihrem Mann Pierre gegenüber den Wunsch geäußert haben, sich mit möglichst vielen anderen PEZ-Enthusiasten über das brandneue Internet auszutauschen, um so ihre Sammlung erweitern zu können. Und dieser Pierre Omidyar gründete 1995 – eBay! Eine urbane Legende? Wahrscheinlich. Tatsache ist aber, dass es im Foyer der Deutschlandzentrale von eBay eine Vitrine mit seltenen und wertvollen Sammelobjekten gibt: PEZ-Spendern.

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