- Linz-Geschichte(n)
Warum bilden Linzer Straßen Namensfamilien?
Bei einem Blick auf den Stadtplan erkennt man, dass die Stadt mit Straßennamen gespickt ist, die Cluster bilden. Wohl war es Absicht dabei, die Zusammengehörigkeit von Grätzeln zu fördern. Mangel an Kreativität spielte aber sicher auch eine Rolle. Den Jackpot haben wohl die Schriftsteller geknackt, die in gleich zwei Stadtteilen dominieren. Im Bulgariplatzviertel geben sich Autoren des 19. Jahrhunderts wie Franz Grillparzer, Ferdinand Raimund, Rainer Maria Rilke, Nikolaus Lenau oder Anastasius Grün geballt die Ehre. In Ebelsberg haben dafür jene des 20. Jahrhunderts ihren Platz gefunden: Frank Kafka, Erich Fried,…
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Johann Grillmayer macht die älteste Fabrik groß
1838. Dass Linz eine lange Tradition als Industriestadt hat, wissen die meisten. Wie lange dagegen eher nicht. Der älteste noch existente Linzer Industriebetrieb wird in zwölf Jahren seinen sage und schreibe 200. Geburtstag feiern: die Linz Textil AG. Dabei waren bei ihrer Gründung als „Baumwoll-Gespunstfabrika“ ähnliche Unternehmen im Standortumfeld schon operativ. Wegbereiter des heutigen Konzerns war Johann Evangelist Grillmayer (1809-1881), der keineswegs ein reicher Erbe oder etablierter Unternehmer war. Der Mann hat die Ideen, die Frau das Geld Als junger Angestellter einer Tuch-Handelsfirma lernte er beim Garneinkauf in England die…
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Warum ist St. Magdalena ein Linzer Stadtteil?
Trotz seiner Villen hat sich St. Magdalena im Kern einen dörflichen Charakter bewahrt. Nicht nur optisch. Wie in einer ländlichen Gemeinde gibt es hier Musikverein, Bauernschaft, Jägerschaft und eine Freiwillige Feuerwehr. Ob St. Magdalena „eigentlich“ nur das ist, was am Magdalenaberg oben ist oder auch seine Umgebung im Tal, ist ein Streit, der so alt ist wie der Ort selbst. Wobei in den frühen Jahrhunderten seit erster schriftlicher Erwähnung 1110 die Frage einfach zugunsten der „Tal-These“ zu beantworten ist. Denn da hieß die Siedlung „Haselbach“. Aus Haselbach wird St. Madalena…
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Vinzenz Fink bekämpft Feuer mit Büchern
19. Februar 1851. In einem Innenhof nähe des Pfarrplatzes versammelt sich eine kleine Gruppe von Freiwilligen. Sie werden hier angelobt – als erste Feuerwehrmänner in der Geschichte der Stadt Linz. Dank eines Buchhändlers. Dieser Buchhändler, dessen Geschäft am Schmidttor, später am Hauptplatz situiert und weit über die Landesgrenzen bekannt war, hieß Vinzenz Fink (1807-1877). In dieser Zeit war er auch Vizebürgermeister der Stadt und als solcher hatte er mit einer Rede im Gemeinderat am 23. Oktober 1850 das Feuer entzündet, das zu einer Linzer Feuerwehr führen sollte. In jenem Vortrag…
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Warum gibt es in Hörsching einen Flughafen?
13. März 1938. Nur einen Tag ist es her, seit Adolf Hitler in Österreich einmarschiert ist. An diesem Tag löscht er „seine Heimat“ per Federstrich aus. Hermann Göring weilt währenddessen in der Welser Heide – und legt den Grundstein für einen Flugplatz. Natürlich dienten die vom Reichsluftfahrtminister persönlich gegründeten zwei neuen Start- und Landebahnen in Hörsching der Luftwaffe und damit militärischen Zwecken. Ursprünglich zur Ausbildung von Piloten gedacht, mussten sie in der letzten Kriegsphase aber auch für den aktiven Einsatz deutscher Kampfflugzeuge gegen die heranrückenden amerikanischen Truppen herhalten. Sogar für…
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Ignaz Mayer lässt Schifferl auf der Donau fahren
1840. Im Alter von nur 30 Jahren gründet Ignaz Mayer den ersten eisenverarbeitenden Betrieb in Linz: die Schiffswerft, die heute die ÖSWAG ist. Zwischen 1840 und 1875 baute sein Unternehmen am Donau-Knick 252 Schiffe. Am Höhepunkt beschäftigte Ignaz Mayer (1810-1876) 556 Angestellte. Dann verließ ihn das Glück. Sein ältester Sohn, der die Werft hätte übernehmen sollen, starb mit 37 Jahren. Dieser Schicksalsschlag und wirtschaftliche Probleme zwangen Mayer, das Unternehmen an die „Österreichische Baugesellschaft“ zu veräußern. Der sollten noch weitere Besitzer folgen. Kriegsschiffe für den Kaiser 1909 wurde die Werft vom…
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Warum hat Linz eine Grottenbahn?
Die Antwort ist dieselbe wie die auf die Fragen, warum es Pöstlingbergschlössl und Pöstlingbergbahn gibt: Weil sie alle Teile eines Werbefeldzugs für die Elektrizität waren. Zwerge als Marketing-Gags? Nein. Denn die gab es am Anfang noch nicht. Schon vor 1900 gab es regen Tourismus auf den Linzer Hausberg. Dafür sorgte natürlich die Wallfahrtskirche, aber auch mehrere Ausflugslokale. Hinauf kam man aber nur zu Fuß oder per Kutsche. Als in den 1890er Jahren die „Operation Pöstlingberg“ eingeleitet wurde, geschah das jedoch nicht durch die Stadt Linz oder die damals noch eigenständige…
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Dr. Eduard Haas macht den Guglhupf gesund
1850. Wer an Eduard Haas denkt, denkt an das Trauner Traditionsunternehmen Ed. Haas – und damit PEZ. Die weltberühmten Zuckerl gibt es aber erst seit 1927. Ohne seinen Linzer Großvater hätte Eduard Haas III. diese wohl nicht erfunden. Es ist kein Zufall, dass die Eduard-Haas-Straße auf Trauner und Linzer Stadtgebiet liegt. Heißt sie doch nach dem Linzer Arzt Dr. Eduard Haas I. (1833-1878), der 1850 ohne es zu planen, den Grundstein für die Trauner Nahrungs- und Genussmitteldynastie legte. Denn er tat das mit einer Erfindung, die eigentlich einen medizinischen Hintergrund hatte:…
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Warum heißt die Neue Heimat wie die Wohnbaugesellschaft?
Im Fall der Neuen Heimat stellt sich die Henne-oder-Ei-Frage nicht. Die Wohnbaugesellschaft gleichen Namens war nicht nur vorher da – der südliche Stadtteil heißt explizit nach der Firma. Aber nicht nach derselben von heute. Im Deutschland der 1920er Jahren war die Neue Heimat der Dachverband der Wohnbaugesellschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gewesen. Als die Nazis 1933 die Macht an sich rissen, wurden die Gewerkschaften verboten, ihr Vermögen beschlagnahmt und der Deutschen Arbeitsfront (DAF), dem Einheitsverband der NSDAP für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, einverleibt. Darunter auch die Neue Heimat, die unter anderem…
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Rainer Maria Rilke brennt mit der Linzerin Olga durch
Mai 1892. Was haben Johann Wolfgang von Goethe und Rainer Maria Rilke gemeinsam? Außer natürlich, dass sie berühmte Dichter waren. Sie hatten beide eine leidenschaftliche Affäre mit einer schönen Linzerin! Unglaublich? Aber wahr! Goethes außereheliche Beziehung mit Marianne von Willemer ist nur deswegen viel bekannter, weil sie am Sterbebett selbst dafür sorgte, dass sie der Nachwelt offenbart wurde. Und weil sie auch literarisch von Bedeutung ist, verewigte sich Marianne doch mit drei eigenen Gedichten in Goethes „Ost-Westlicher Divan“. Rilkes jugendliche Romanze – er war erst 17 – mit der Linzerin…
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