Linz-Geschichte(n)

Warum ist die Donau in Linz eingedämmt?

Warum Linz Linz ist

Dämme und unbebaute Überschwemmungszonen an beiden Ufern gehören wie selbstverständlich zum Erscheinungsbild der Donau in Linz. Dabei tun sie das erst seit Mitte der 1950er Jahre. Der Grund für ihren Bau ist eine Naturkatastrophe.

Es war die größte und verheerendste Überschwemmung des 20. Jahrhunderts. Nicht nur der Donau. Von 27. Juni bis 11. Juli 1954 – mit extremen Starkregen am 7. und 8. Juli – hatte es im bayerischen und oberösterreichischen Alpenvorland nahezu unaufhörlich geregnet, was die Nebenflüsse der Donau wie den Inn enorm anschwellen ließ und damit das Gerinne der Donau total überlastete. Im Eferdinger Becken wurde eine Fläche, die der dreifachen Größe des Traunsees entsprach, überflutet. Im Stadtgebiet von Linz standen mehr als 2000 Hektar unter Wasser – das entspricht in etwa einem Fünftel des heutigen Stadtgebietes. 5500 Menschen mussten evakuiert werden.

Jahrhunderthochwasser mit Nachwirkungen

Als die Pegel mit dem Höchststand von 9,62 Meter wieder sanken, war die Konsequenz klar, umfassend und langfristig: Linz musste von der Donau wegrücken. Wobei das nicht einmal groß von der Stadt entschieden wurde. Die nach 1954 von der Republik Österreich errichteten Überschwemmungszonen und Hochwasserdämme unterliegen in weiten Teilen auch heute noch dem Eigentum und der Kontrolle des Bundes, konkret der „viadonau“, der Österreichischen Wasserstraßen-Gesellschaft, die ein Unternehmen des Verkehrsministerium ist.

Linz (nicht mehr) an der Donau

Viele Häuser entlang der Donau mussten abgerissen werden, womit mitten in der Stadt große, leer Flächen zurückblieben. Aufgrund des einhergehenden Bauverbots wusste man lange nicht, was man damit anfangen sollte. Unterhalb der Dämme darf auch heute nichts von Bestand entstehen. Aber auch oberhalb tastete man sich erst wieder in den 1970er Jahren mit dem Brucknerhaus und dem tourotel, dem jetzigen Arcotel Nike, mit Neubauten an den Fluss heran.

Hoch die Hände, Donaulände

Ohne es geplant oder gewollt zu haben, wurde jedoch auch etwas geschaffen, dass sich heute größter Beliebtheit erfreut: der Donaupark. Als Partyzone, Kulturmeile, Gastro-Hotspot, Sportarena, Entspannungsareal und Klangwolken-Bühne hat sich „die Länd’n“ nicht nur zum Linzer Park Nummer 1 gemausert, er ist – vor allem in der warmen Jahreszeit – geradezu zum Ausdruck des Lebensgefühls der Stadt geworden. Und das ist das Beste, was man von einem Hochwasser erwarten kann.

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Wenn du relevante Informationen zu diesem Artikel hast, schick sie uns doch per Mail!

Weitere Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"